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Akademie der Denker

Abiturienten und Studenten können sich ab sofort an der Hannah-Arendt-Akademie der Denker einschreiben.

von Isabelle Krötsch

Es ist so weit. Die Hannah-Arendt-Akademie öffnet ihre Pforten für ein erstes Semester zum „Studium generale“. In diesen turbulenten Zeiten wird die Wahl einer beruflichen Ausrichtung immer schwieriger. Nicht nur wegen der unsäglichen Maßnahmen gerät die Welt, wie wir sie kannten, immer mehr ins Wanken. In vielen Bereichen tritt zutage, dass uns etwas Wesentliches fehlt, was bisher in der universitären Wissensvermittlung vernachlässigt wurde: eine ganzheitliche Perspektive, die das Leben nicht nur als Produkt des Zufalls betrachtet und uns somit zu gut funktionierenden Maschinen im materialistischen Räderwerk ausbildet, sondern den vielschichtigen Erkenntnisschatz im Lichte eines ganzheitlichen Bewusstseins fördert — ergebnisoffen und dem Ursprung (des Denkens) auf der Spur. Denken und Forschen sollten ohne utilitaristische Begrenzungen oder Maßgaben möglich sein. Die Coronakrise hat dieses Bedürfnis potenziert. Denn heute sehen sich junge kritische Menschen damit konfrontiert, ein Studium nur noch mit Impfung absolvieren zu können. Die Freiheit der in den Grundrechten verankerten Selbstbestimmung wird dort massiv eingeschränkt, wo man vermeintlich ausgebildet wird, frei zu denken. Die Hannah-Arendt-Akademie der Denker tritt an, der wahrhaftigen Freiheit einen konkreten Raum im Bildungsbereich zu geben.

Ab sofort können sich Abiturienten und Studenten zum Wintersemester an der Hannah-Arendt-Akademie unter hannah-arendt-akademie.org anmelden.

Wer sich erst einmal umschauen möchte, was die Welt im Innersten zusammenhält — und das mit einem Überblick über viele verschiedene Fachbereiche; wem der Bezug zum konkreten Leben bei gleichzeitigem Anspruch an höchster Qualität und das Selberdenken am Herzen liegt und sich wünscht unabhängig vom Ergebnis, den Dingen auf den Grund zu gehen, ist ein potenzieller Kandidat für die Hannah-Arendt-Akademie der Denker.

Denken ohne Geländer — Hannah Arendt (1906 bis 1975).

Am 10. Oktober startet die Online-Präsenz der Hannah-Arendt-Akademie. Vom 10. Bis 27. Oktober kann man sich zum Wintersemester 2021/2022 über die Homepage hannah-arendt-akademie.org anmelden.

Ein breites Angebot in Form einer Ringvorlesung, Vorlesungen sowie Seminaren wird hier in zunächst in den klassischen Fachbereichen wie Geistes-, Medien- und Naturwissenschaften sowie in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften angeboten.

Kooperation statt Konkurrenz, bewusst Sein anstatt stressigem Abhaken der Punkte ohne Rücksicht auf wirklichen Inhalt — gemeinsam blicken Dozenten und Studenten mit wissenschaftlichen wie unkonventionellen Methoden hinter die Kulissen und gehen auf Entdeckungsreise, um das in Wert zu setzen, was dem Leben innewohnt: Begeisterung, Freude, Menschlichkeit, Wissens- und Erkenntnisdurst.

Die Schere im Kopf, die uns systematisch über die Bildungswege eingepflanzt wird, wird überschrieben mit bewusst erlebtem freiem Willen, wirklicher Rede-, Meinungs- und Gedankenfreiheit jenseits der Political Correctness, die zusehends zum diktatorischen Beschnitt der Ideenwelt führt.

Allgemeinwissen und Medienkompetenz spielen hier ebenso eine wichtige Rolle wie schöpferische Impulse und Bewusstseinsförderung. Eine Bildungsstätte wie man sie sich wünscht, in der Medienwissenschaften und Meditation, Wissenschaft und wurzeltiefes Hinterfragen der Rahmenbedingungen für unsere Gesellschaft Hand in Hand gehen können. Hier soll ein reichhaltiger Nährboden für eine menschenwürdige Zukunft im Einklang mit der Natur entstehen.

Nach Ende des Anmeldezeitraums soll am 1. November 2021 die Online-Eröffnungsveranstaltung mit den beiden Vorständen der Hannah-Arendt-Akademie e. ◌V. Matthias Burchardt und Christian Klammer stattfinden, bei der sich Dozenten und Studenten kennenlernen, den Studienplan vorgestellt bekommen und zunächst über ein Online-Meeting austauschen können.

Matthias Burchardt zur Gründung der Hannah-Arendt-Akademie:

Die Zeit nach Beendigung des Gymnasiums mit der Hochschulreife ist schon immer eine Situation von Freiheit und Ungewissheit gewesen. Welchen Lebensweg soll ich einschlagen? Zu der persönlichen Verunsicherung kommen in den Zeiten der Corona-Maßnahmen und Kulturkrise aber auch objektive Unwägbarkeiten: Für Menschen ohne G ist es ausgeschlossen, eine Hochschule zu betreten und über allen Studiengängen und Berufsperspektiven liegt der Schatten zukünftiger Auflösung. Sollte man Lehramt studieren, auch wenn sich abzeichnet, dass man eher als paramedizinisches Überwachungspersonal arbeiten wird? Welchen Sinn hat ein Jura-Studium, wenn der Rechtsstaat der Ultima Ratio des virologischen Imperativs untergeordnet wird? Die Studienwahl gerät leicht zur Überforderung oder wird plötzlich ganz einfach: Studiere, was Dich in der Sache interessiert. 

Die Hannah-Arendt-Akademie bietet im Wintersemester ein Angebot zur Studienorientierung, ein Studium generale für diejenigen, die ihre Zeit des Ausgesperrt-Seins sinnvoll nutzen möchten. Dozenten aller Fakultäten zeigen in anspruchsvollen Lehrveranstaltungen, worum es in ihrem Fach geht, und verbreiten auch Begeisterung für ein wissenschaftliches Studium. Über die Orientierung hinaus geht es aber auch um Allgemeinbildung und Persönlichkeitsbildung. Im Medium der Wissenschaft erschliesst sich den jungen Menschen die Welt und sie entfalten Fähigkeiten und Kräfte. Diese Generation wird gewaltige Aufgaben bewältigen müssen, geben wir ihnen Zeit und Gelegenheit sich zu wappnen!

Zahlreiche anerkannte Spezialisten ihres Fachs haben bereits zugesagt. Allen voran der Mitbegründer und Initiator Professor Dr. Matthias Burchardt im Fachbereich Allgemeine Pädagogik, der auch für die Erneuerung der Wissens Vermittlung und Lehre steht; Professor Dr. Franz Ruppert im Fachbereich Psychologie und Traumaforschung; Dr. phil. Daniele Ganser im Fachbereich Neue Geschichte und Friedensforschung; Ernst Wolff, Professor Dr. Holger Rekow und Thomas Bachmeier im Fachbereich Wirtschaft und Geldsystem; Professor Ralf Otterpohl im Fachbereich Ökologie; Professor Dr. Tobias Unruh und Professor Dr. Stephan Luckhaus im Fachbereich Mathematik und Physik; Gunnar Kaiser im Fachbereich Philosophie; Patricia Marchart und Jan Josef Liefers im Fachbereich Filmkunst sowie Professor Dr. Ulrike Guérot im Fachbereich Politikwissenschaften; Professor Dr. Martin Schwab im Fachbereich Rechtswissenschaften; Professor Dr. Andreas Sönnichsen und Dr. med. Markus Heyenbrock im Fachbereich Medizin.

Weitere Fachbereiche der Geistes- und Naturwissenschaften sowie neue Wege der Bildung befinden sich im Aufbau, auch mit vielen Vertretern aus der Praxis.

Die Hannah-Arendt-Akademie e.◌V. ist eine Vereinigung unabhängiger Wissenschaftler und Menschen, die sich zum Zwecke der Förderung der Bildung und Wissenschaften in einem Verein zusammengeschlossen haben. Sie machen sich zur Aufgabe, jungen Menschen Zugang zur Orientierung einer akademischen Aus- und Weiterbildung sowie einem Studium auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Auch die aktuelle Gesellschaftskrise wird kritisch hinterfragt und vielschichtig beleuchtet.

Meldet euch jetzt an und seid dabei! Das ist die Chance, Teil des Pioniers Studiengangs der Hannah-Arendt-Akademie mit einem Studium generale im Wintersemester 2021/2022 zu sein!

Mehr Infos ab 10. Oktober auf: hannah-arendt-akademie.org.


Isabelle Krötsch ist Künstlerin und Regisseurin. 2013 gründete sie mit ihrem Mann, dem Schauspieler Hans Kremer, den DantonDenkRaum, eine interdisziplinäre Werk- und Begegnungsstätte. 2015 kam ihr erster Film „Büchner.Lenz.Leben“ in Deutschland ins Kino. Ihre Aufgabe sieht sie im Brückenbau zwischen Kunst, Wissenschaft und Spiritualität. Weitere Informationen unter www.freies-feld.com.

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