Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Amazonas Regenwald schlimmer als befürchtet

Brasília. Die Abholzung des Amazonasgebiets nahm 2019 um 34,4 Prozent zu und erreichte damit die größte jährliche Entwaldungsquote seit 2008. Dies berichtete das brasilianische Nationale Institut für Weltraumforschung INPE (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciaies). Nach einer neuen Datenanalyse revidierte das Forschungsinstitut die bisherigen Zahlen und hob die Schätzung im Vergleich zu einem früheren Bericht um fast fünf Prozent an.

INPE verzeichnete für den jährlichen Bezugszeitraum von August 2018 bis Juli 2019 über 10.000 Quadratkilometer Entwaldung im Amazonas-Regenwald. Dies ist ein Gebiet von der Größe des Libanon oder etwa der achtfachen Größe von Rio de Janeiro und entspricht einem Zuwachs von 34,4 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Staaten Rondônia, Maranhão und Tocantins erzielten einen Rückgang der Entwaldung um 4,48 Prozent, 6,32 Prozent bzw. 8 Prozent. In den übrigen sechs Staaten der Region nahm der Waldverlust zu, wobei Roraima einen Anstieg von mehr als 200 Prozent verzeichnete. Pará konzentrierte mit 41,19 Prozent den größten Anteil der Entwaldung in diesem Zeitraum, gefolgt von Mato Grosso mit 16,8 Prozent und Amazonas mit 14,16 Prozent.

Nachdem INPE im Juli 2019 das Ausmaß der Entwaldung aufgezeigt hatte, bezeichnete Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro die Daten als „Lüge“. Er beschuldigte den damaligen Leiter der Behörde, Ricardo Galvao, „im Dienste einer Nichtregierungsorganisation zu stehen“ und zu versuchen, seine Regierung zu schädigen. Galvaro wurde daraufhin im August 2019 als Leiter des Instituts abgesetzt. Nur wenige Wochen später behauptete Bolsonaro, dass die Waldbrände „möglicherweise von Nichtregierungsorganisationen initiiert worden seien, die Probleme im Land verursachen wollten“.

Er legte keine Beweise vor und sagte stattdessen, der Verdacht basiere auf seinem persönlichen Gefühl. Indes werfen Kritiker und Umweltschützer der Regierung von Bolsonaro vor, mit illegalen Holzfällungen, Goldgrabungen, Viehzucht und Landspekulationen die Rodung des Regenwaldes zu ermutigen.

Brasilien beheimatet fast 60 Prozent des Amazonasgebiets, den größten Regenwald der Welt. Der Schutz des Amazonasgebiets ist nach Ansicht der Wissenschaft wegen der enormen Menge an Kohlendioxid, die es absorbiert, von entscheidender Bedeutung für die Eindämmung des Klimawandels.


Quellen: reuters / brasil247 / dw /
Original Artikel erschienen auf amerika21.de von Lara Röscheisen


TOP AKTUELL: