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Aufwachen – Aufstehen!

ein Artikel von Dirk Meisinger

Träume ich noch oder bin ich wach? – Stehe ich neben mir oder bin ich ganz bei Sinnen?

Irgendwie alles irreal … kaum vorstellbar, was da gerade stattfindet … ich mittendrin und voll dabei … ob ich will oder nicht.

Den Schlaf aus den Augen reibend, blicke ich aus dem Fenster in den noch dunklen Morgen. Eine Ahnung von der bald aufgehenden Sonne hinterm Horizont. – Kein Zweifel, ich bin wach.

Nun, lieber noch etwas liegen bleiben oder doch gleich aufstehen?

Schon wieder eine Entscheidung – und das, wo die Bilder vor den Augen gerade erst beginnen, Konturen anzunehmen und klar zu werden.

Was mag er bringen, der neue Tag?

Welcher Wahn- / Irrsinn wird heute wieder auf mich einstürmen und versuchen, Besitz von mir zu ergreifen?

STOP! – Weg mit diesem Gedanken, der gerade wieder versucht, sich durch die Hintertür in mein Denkhirn hineinzuschleichen. – Ich will DAS nicht!

Mein Entschluss steht: Ich werde heute nichts von alledem auf mich einstürmen lassen! – Die Zeitung lese ich eh seit geraumer Zeit nicht mehr und den von allen Seiten in der gewohnten Gleichschaltung und Monotonie drangsalierenden Fernsehsendern gebe ich auch schon längst keine Chance mehr, meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Mein Tag hat Struktur – auch ohne Feindbild.

Ich habe für mich die Entscheidung gefällt, mich nicht mehr mit Dingen auseinanderzusetzen, die längst ausdiskutiert sind.

Ich habe mich mit mir selbst darauf verständigt, mich nicht mehr auf Spielfelder drängen zu lassen und darauf zu begeben, geschweige denn, mich darauf zu tummeln, wenn ich sie nicht selbst ausgewählt habe.

Ich habe mir fest vorgenommen, nicht dem Gesang der „Sirenen“ zu erliegen und rückfällig zu werden.

Nein, nicht mit mir – vergesst es! – Ein für alle Mal!

Kein Zurück, nicht in die alte Zeit – die nie wirklich so gut gewesen ist, wie Viele immer noch meinen.

Diese Zeit der Fassadendemokratie, in der das Blaue vom Himmel versprochen und nicht gehalten wurde, in der gelogen wurde, dass sich die Balken bogen, in der betrogen wurde, ohne rot zu werden, in der sich unserer abgegebenen Stimmen bemächtigt und damit Schindluder getrieben wurde. – Jetzt, wo auch die letzte Maske gefallen ist, erfolgt das alles noch viel ungenierter und völlig ohne Skrupel.

Eines ist mir klargeworden: Enttäuscht zu werden, setzt immer voraus, dass man sich selbst getäuscht hat oder sich hat täuschen lassen. – Und wer von uns kann wirklich von sich behaupten, er habe sich niemals täuschen lassen?

Wer kann wirklich sagen, niemals die von der inneren Stimme und dem gesunden Menschenverstand gesandten Signale ignoriert und „überfahren“ zu haben?

Jeder von uns hat doch irgendwann einmal den Kopf in den Sand gesteckt, war brav, hat versucht nicht aufzufallen und sich nicht unbeliebt zu machen, war auf seine ganz individuelle Art und Weise systemtreu. – Die häufig gebrauchten Aussagen: „Da kann ich doch sowieso Nichts machen“ als Ausrede und die Hoffnung: „Die werden’s schon richten“ als Rechtfertigung der eigenen Passivität, gehen einfach viel zu leicht und zu schnell über die Lippen.

Diese Zusammenhänge zu erkennen und sich das eigene Nichtstun ehrlich einzugestehen, kann unter Umständen schmerzlich sein.

Es liegt an jedem Einzelnen, sich seiner Vergangenheit zu stellen, in sich hinein zu horchen, auf den Bauch zu hören, sich den eigenen Ängsten zu stellen, über den eigenen Schatten zu springen und den Mut aufzubringen, die Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. – Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich habe mich entschieden, ich selbst zu sein. – Ich selbst zu sein, ist mein gutes Recht. Ich selbst zu sein, kann mir niemand nehmen!

Ich selbst zu sein, daraus schöpfe ich Energie und Zuversicht.

Ich selbst zu sein, das ist mein Lebenselixier.

Ich genieße jetzt die Zeit, die ich ansonsten mit dem Lesen der Zeitung und dem Schauen von Nachrichtensendungen verbracht habe. – Ohne ersichtlichen Informationsgewinn, vielmehr eine unerträgliche Mischung aus Angstschüren und Panikmache, falschen Versprechungen und Drohungen, Erniedrigungen und Verunglimpfungen.

Ich habe alternative Informationsquellen gesucht und gefunden.

Ich habe neue persönliche Kontakte gesucht und gefunden.

Mir ist das große Glück zuteilgeworden, auf meinem Weg mit Menschen gemeinsam gehen zu dürfen, die ein offenes Ohr für mich haben, die zuhören, die mich annehmen, so wie ich bin – Menschen mit Empathie, Herz und Verstand.

Mir haben sich neue Welten des Fühlens, Denkens und der Heilung erschlossen.

Ich bin Herr meiner Sinne, bei klarem Verstand, im Vollbesitz meiner körperlichen und geistigen Kräfte. – Und das soll auch so bleiben!

Gewiss, es wird noch unruhig werden in der nächsten Zeit, holprig beim Gehen, rumpeln beim Fahren und knacken im Gebälk. Das Entscheidende ist und bleibt das Ziel.

Eine Zeit des Friedens, der Freiheit, der Selbstbestimmtheit, der Wahrheit, der Achtsamkeit, der großen Dankbarkeit und der Liebe.

Dieses Ziel vor Augen werde ich nicht vom Weg abweichen, nicht verzagen, nicht aufgeben.

Ich habe mich längst entschieden aufzustehen!

Aufzustehen für den Gang in die neue Zeit.

Raus aus den Federn und los geht’s!

Fasst Euch ein Herz und kommt mit! – Gemeinsam ist es viel schöner und macht nochmal so viel Freude.


Dieses Werk von Herrn Meisinger auf Lehestener Kolumne ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Sichtbare Nennung des Autors und Verlinkung der Quelle. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


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