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Der neue alte Präsident

Der viel geschmähte Baschar al-Assad ist beim Volk beliebt und wurde wiedergewählt — Probleme hat das Land vor allem noch mit westlichen Sanktionen.

von Markus Gelau

Er ließ eine faire, von internationalen Beobachtern kontrollierte Wahl abhalten und gewann mit großer Mehrheit. Er hat den Islamismus im Land gegen große Widerstände zurückgedrängt. Er ist mit einer charismatischen, hoch intelligenten, sozial engagierten Frau verheiratet. Dennoch behandelt die westliche Presse Baschar al-Assad noch immer wie den brutalen, minderbemittelten Despoten einer Bananenrepublik. Der vor kurzem wiedergewählte syrische Präsident kann es den Exponenten der mittlerweile völlig im Corona-Autoritarismus versunkenen „freien Welt“ einfach nicht recht machen. Entwicklungshilfe aus Deutschland fließt weiterhin ausschließlich in die von Islamisten kontrollierten „Rebellen“-Gebiete. Exilsyrer durften von Deutschland aus nicht mitwählen — wohl aus Furcht, sie könnten die „falsche“ Wahl treffen. Am schlimmsten treffen die von Kriegsfolgen gebeutelten Syrer jedoch noch immer die extrem harten Sanktionen westlicher Länder, bei denen Deutschland federführend ist. Wer hier die größeren Menschenrechtsverletzungen begeht, fragt sich in der Tat.

Bilder, die kein Mainstream-Medium in der EU zeigte:

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Oben und unten: Syrische Bürger feiern den Wahlsieg von Assad am 27. Mai 2021:

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Der demokratisch (wieder-)gewählte syrische Präsident Assad legte nun vor wenigen Tagen, am 17. Juli 2021, seinen Amtseid auf die Verfassung des Staates Syrien ab.

Und danach: ging er — wie es sich für einen Fassbomben- und Giftgasmörder, einen Tyrannen und von den Syrern gehassten Diktator gehört — mit seiner kompletten Familie im Zentrum von Damaskus frische Shawarma essen. Also ungefähr so wie die beim deutschen Volk beliebte Kanzlerin Merkel oder andere westliche Staatschefs sich eben regelmäßig unters Volk mischen.

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Doch Moment …

Aus der beliebten Reihe „Bilder, die ihr auch in 100 Jahren nicht in der Tagesschau sehen werdet“: Ich bin so frei und ergänze einige Fakten, die weder die Bundespressekonferenz noch die Tagesschau jemals offen kommunizieren werden, okay?!

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Die demokratische Präsidentschaftswahl 2021 wurde, sieben Jahre nach der letzten Wahl im Jahr 2014, am 26. Mai im freien Syrien abgehalten. Über 18 Millionen Syrer waren wahlberechtigt, über 14 Millionen nahmen teil — eine höhere Wahlbeteiligung als bei deutschen Bundestagswahlen. Die Wahl stand unter Beobachtung etlicher Wahlbeobachter verschiedener Staaten: Algerien, Oman, Mauretanien, Russland, Iran, Armenien, China, Venezuela, Cuba, Belarus, Südafrika, Ecuador, Nicaragua, Bolivien und andere entsandten im Gegensatz zu den Nato-Staaten unabhängige Beobachter.

Trotz offizieller Einladung der syrischen Regierung hatten EU, UNO, USA und auch die internationale Kommission für Wahlüberwachung es abgelehnt, die legitime syrische Wahl vor Ort zu begleiten. Alle Nato-Staaten sowie die EU unter Führung Deutschlands sabotierten die Wahl von Anfang an. Das ist nichts Neues, das taten die selbsterklärten Demokröten bisher immer. „Demokratie“ ist für die deutsche Regierung — und alle anderen Nato-Regierungen — bekanntlich nur eine leere Propagandahülse.

Und so wird die Tagesschau dem gemeinen deutschen Medienkonsumenten auch diesmal kaum eröffnen, dass es die deutsche Bundesregierung syrischen Flüchtlingen auch 2021 wieder verboten hat, von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch zu machen und in Deutschland ihre Stimme abzugeben.

Bereits bei der letzten Wahl im Jahr 2014 verboten alle Nato-Länder inklusive Deutschland syrischen Flüchtlingen, in den jeweiligen syrischen Botschaften der Fluchtländer teilzunehmen. Keines der Länder, die zuvor den syrischen Flüchtlingen die Wahlteilnahme verboten hatte, erkannte die Wahl danach an. Die Wahl selbst wurde von unabhängigen Wahlbeobachtern etlicher Staaten als „frei, transparent, fair und demokratisch“ eingestuft.

Das Spiel wiederholte sich nun 2021: Über 800.000 syrische Menschen leben in Deutschland, davon sind die meisten erwachsene Wahlberechtigte. Diese durften vor wenigen Wochen in Deutschland nicht an der demokratischen syrischen Präsidentschaftswahl teilnehmen. Über zehn Jahre lang verwehrt es die deutsche Regierung, die angeblich Demokratie im souveränen Staat Syrien fordert, allen Syrern und Syrerinnen in Deutschland, am demokratischen Prozess ihres Heimatlandes teilzunehmen.

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Oben: Die Familie Assad am Abend der Vereidigung im Zentrum von Damaskus. Rechts im Bild: Asma al-Assad.

Die „Blume der Wüste“ nannte niemand Geringeres als die Vogue sie einst: Asma al-Assad ist dreifache Mutter und von ihrem Volk verehrte First Lady von Syrien.

Nach Beginn des gescheiterten syrischen Regime Changes deklarierten sie westliche Medien agenda-konform um zur „Frau des Schlächters“.

Asma steht für das Syrien, das USA, Nato, EU, Israel, Saudi-Arabien und Deutschland! zerstören wollen: Als muslimische Sunnitin heiratete sie den Alawiten Bashar al-Assad, besuchte eine christliche Schule in Syrien und beendete später ihr Studium am King‘s College London mit Abschlüssen in Informatik und französischer Literatur.

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Sie spricht Englisch, Arabisch, Französisch, Spanisch und arbeitete nach ihrem Studium unter anderem als Finanzanalystin für die Deutsche Bank. Ein weiteres Studium in Havard gab sie zugunsten ihrer Familie auf.

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Wenn also vor allem deutsche Berufspolitikerinnen — oft mit durchaus zweifelhaften Bildungsabschlüssen — oder Talkshow-Marionetten die Dreistigkeit besitzen, aus der Ferne über diese Frau — aus welchen imaginären Gründen auch immer — zu richten, dann basiert das sicher oft auch auf abwertendem Neid. Denn Asma al-Assad scheint nicht nur intellektuell, sondern auch aufgrund ihrer Bildungsabschlüsse der Mehrzahl aller deutschen Bundestagsabgeordneten überlegen.

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Aufgrund der gegen sie verhängten Sanktionen darf sie seit Jahren kein europäisches Land betreten. Mit Ausnahme von Großbritannien: Asma al-Assad besitzt die britische Staatsbürgerschaft, was oft verschwiegen wird.

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Weder zehn Jahre Krieg, noch eine Chemotherapie scheinen diese Frau in die Knie zu zwingen. Asma meldet sich nicht oft in der Öffentlichkeit. Was Asma auszeichnet — und ich verfolge ihr Wirken seit über zehn Jahren sehr genau —, ist selten geworden in unserer Zeit: Asma al-Assad lässt reine Taten sprechen. Sie schwafelt nicht, hält keine Reden, macht keine Propaganda, sie handelt.

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Wenn der Begriff „Landesmutter“ überhaupt auf irgendjemanden zutrifft, dann auf diese Frau, die Angebote anderer Staaten, das Land Syrien zu verlassen, mehrmals ausschlug. „Goldene Brücken“ wollten die Nato, der Westen und die Saudis ihr und ihrer Familie bauen, um diese Familie, die Syrien auch nach über zehn Jahren Stellvertreterkrieg zusammenhält, loszuwerden.

Als islamistische Barbaren und vom Westen finanzierte Kopfabschneider nur wenige Kilometer vor Damaskus standen, lehnten Asma und ihre Familie entschieden alle „Angebote“ ab, das Land zu verlassen und ins Exil zu gehen. Seit vielen Jahren ist Asma unermüdlich in ihrem Heimatland, dem gebeutelten Syrien, unterwegs. Spendet Trost, hilft, versöhnt, hört zu, packt an. Zu recht wird Asma von ihrem Volk tief verehrt — egal welcher Ethnie oder welcher Religion dessen Bürger angehören.

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Der wohl wichtigste Grund, warum die Frau in westlichen Medien totgeschwiegen wird: Man kann dieser großen, charismatischen Dame mit noch größerem Herzen nicht nur keine haltlosen Diffamierungen nachwerfen. Ganz im Gegenteil — sobald man sich intensiver mit ihr beschäftigt, kommt man nie umhin, ihr einen gewissen, sehr wahrhaftigen, sehr menschlichen Respekt zu zollen.

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Vor drei Jahren gab sie einem russischen Journalisten ein legendäres, sehr empfehlenswertes Interview, mit dem der westliche Mainstream furchtbare Schwierigkeiten hatte: Die vielen nüchternen Wahrheiten, das menschliche Auftreten und die Sympathie, die Asma darin völlig unverfälscht und authentisch versprühte, ließen einmal mehr eine menge Narrative westlicher Propaganda über Syrien wackeln. Wer sich die Menschen in ihrer Nähe anschaut, mag einen Hauch der Wahrheit erkennen, Augen lügen selten.

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Als ihre Krebserkrankung im letzten Jahr öffentlich wurde, kommentierte Julian Röpcke aus der BILD-Chefetage dies öffentlich mit „Karma is a bitch!“. Einige Tage später gab sich damals der journalistische Gülletransporter des deutschen Schreibsöldnerzunft tatsächlich noch für einen Artikel her, in dem BILD tief-philosophisch erörterte, warum es menschlich völlig okay sei, dem Krebs, an dem Asma al-Assad leide, zu applaudieren.

Folgende Worte von Asma anlässlich des internationalen Frauentages demonstrieren ein wenig das Format dieser Frau:

„Sie haben versucht, unsere Stimmen zu ersticken, unser Erbe auszulöschen, uns unserer Identität zu berauben und uns das Existenzrecht abzusprechen. Unsere Seelen jedoch können nicht eingesperrt werden. Wir sind die Frauen von Syrien. Wir tragen unsere Köpfe erhoben und unsere Heimat in unserem Herzen.“

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In Syrien selbst gibt es zwei Landstriche, die ebenfalls nicht an den Wahlen teilnahmen: einmal der von kurdischen Milizen dominierte — und teilweise von den USA völkerrechtswidrig besetzte — Norden. Hier stiehlt die Geißel der Menschheit, die USA, nicht nur nach wie vor syrisches Öl, hier gingen kurdische Milizen — die man mittlerweile eigentlich nur noch als gesponserte US-Söldner und Verräter am syrischen Staat und am heterogenen syrischen Volk bezeichnen kann — auch in vielen Fällen gegen Syrer vor, die an der Wahl teilnehmen wollten.

Der zweite Teil Syriens, in dem keine Wahl abgehalten wurde, ist die von islamistischen Kopfabschneidern, Barbaren und Terroristen kontrollierte Region Idlib. Dort regiert nach wie vor nicht die Demokratie, sondern das tiefste, dunkle Mittelalter. Trotzdem pumpt die deutsche Bundesregierung nach wie vor Millionen Euro Steuergelder in die von Terroristen kontrollierte Region. Sie überwies allein den „White Helmets“, also al-Kaida, laut eigener Aussage über 10 Millionen Euro Steuergeld. Eine Anfrage der Linken an die Bundesregierung offenbarte darüber hinaus, dass Deutschland den islamistischen Terroristen in Idlib in den letzten zwölf Monaten ganz offen mehr als 60 Millionen Euro Steuergelder transferierte.

Jede sogenannte deutsche „Hilfe“ für das Land Syrien fließt ausschließlich in die von Islamisten kontrollierte Region Idlib.

Nach zehn Jahren furchtbarem Stellvertreterkrieg hat der souveräne Staat Syrien zwei Drittel seines Landes mit russischer und iranischer Hilfe befreit. In dieses befreite Gebiet des einzigen säkularen Landes im Nahen Osten ist seit zehn Jahren nicht 1 Euro humanitärer Hilfe der Bundesregierung geflossen. Begrifflichkeiten wie „Syrienhilfe“ oder „Humanitäre Hilfe für die Menschen Syriens“ sind schlichte Lügen der deutschen Regierung.

2020 fragte ich persönlich beim deutschen Auswärtigen Amt nach, welche Summen an deutschen Steuergeldern wohin genau und vor allem an wen in Syrien transferiert werden und wurden. Das Auswärtige Amt antwortete mir einige Wochen später via E-Mail; es bestätigte die ungeheuren Summen, die von Deutschland ausschließlich in das von al-Kaida/Dschaisch al-Fatah kontrollierte „nordwestliche“ Syrien (Idlib) flossen. Es schweigt sich aber darüber aus, welche sogenannten „Organisationen“ die Empfänger vieler Millionen Euro deutscher Steuerzahler sind:

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Die EU unter der Führung Deutschlands verhängte schon 2011 die „härtesten Sanktionen seit dem 2. Weltkrieg“ laut UNO gegen das souveräne Land Syrien. Diese Sanktionen wurden auf persönliche Entscheidung Angela Merkels hin erst kürzlich wieder verlängert.

Mit den aktuellen „Caesar-Sanktionen“ wurden gegen Syrien und seine Menschen die härtesten denkbaren Repressionen verhängt — unter Führung Deutschlands. Perfiderweise wurden die „Caesar-Sanktionen“ 2020 zu einem Zeitpunkt verhängt, zu dem der Sieg des syrischen Volkes und seiner Armee gegen den islamischen Staat und gegen von der Nato finanzierte islamistische Söldner eine vage Aussicht auf Frieden und Hoffnung möglich machte.

Und nun lautet die deutsche Antwort auf die syrischen Wahlen im Jahr 2021erneut: Sanktionen!

Was die deutsche Tagesschau euch erzählt (Zitat anlässlich der Wahlen am 26. Mai 2021):

„80 Prozent der Einwohner Syriens leben unter der Armutsgrenze, rund 60 Prozent leiden Hunger, sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Und: Millionen sind im eigenen Land auf der Flucht …“

Was die Tagesschau euch nicht erzählt:

Schuld an diesem Leid der Menschen — in einem ehemals reichen Land ohne Auslandsschulden —, das der deutsche Staatsfunk dem syrischen Präsidenten anlasten will, ist die deutsche Regierung.

Die Europäische Union unter Führung Deutschlands verlängerte anlässlich der Wahl vor wenigen Wochen ihre Sanktionen gegen das Land Syrien um ein weiteres Jahr, bis Juni 2022. Das Blut jedes sterbenden Kindes, das in Syrien nicht mit Medikamenten versorgt werden kann — sanktioniert seit über zehn Jahren! — oder das nicht ausreichend Wasser bekommt — Ersatzteile für Pumpen: sanktioniert! —, klebt nicht an den Händen des alten und neuen legitimen syrischen Präsidenten Assad, der sein Land rettet, sondern an den Händen der deutschen Bundesregierung.

Das komplette Land leidet — mit Ausnahme des von Islamisten besetzten Idlib — seit zehn Jahren unter tödlichen Sanktionen, die jede Familie extrem betreffen. Medikamente können aufgrund dieser Sanktionen im ehemals fortschrittlichen Syrien schon seit Jahren nicht mehr hergestellt werden. Da die verbrecherische EU unter Leitung von Deutschland auch alle Guthaben der unabhängigen syrischen Zentralbank gesperrt hat, ist es dem Staat Syrien unmöglich, dringend benötigte medizinische Hilfe zu erwerben. Zahllose Menschen sterben in Syrien seit Jahren aufgrund der EU-Sanktionen.

Nach der Vereidigung seines neuen, alten Staatsoberhauptes zeigte das souveräne Syrien unter seinem souveränen Präsidenten Assad der nordatlantischen Terrororganisation (Nato), den verbrecherischen Invasoren seines Landes, den islamistischen Söldnern aus über 100 Ländern und auch und vor allem der deutschen Bundesregierung, die den letztlich gescheiterten syrischen Regime Change elementar mit plante, einmal mehr den demokratischen Mittelfinger.


Quellen und Anmerkungen:

Bildquellen: SANA, Syrian Perspective, privat

Markus Gelau ist Privatgelehrter und Autor mit Fokus auf Politik und Geschichte — aber auch Künstler, Musiker, Labelmacher, Veranstalter und Grafiker. Hauptberuflich arbeitet er als Kommunikationsprofi in eigener Marketing- und Kommunikationsagentur. Als solcher hat er in fast 20 Jahren nicht nur unzählige Unternehmen, Medien und Figuren des öffentlichen Lebens beraten, etliche Marken geschaffen und deren Außenwahrnehmung geprägt, sondern war auch außerparlamentarischer Mitarbeiter des Bundestages. Als Ghost Writer und Berater ist er für Persönlichkeiten und unterstützenswerte Charaktere in Politik, Kultur und Gesellschaft tätig. Die Summe seiner Tätigkeiten und seine Expertise garantieren, dass der Mann ziemlich genau weiß, wie und wo der massenpsychologische Propaganda-Hase läuft.

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