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Die zweite Zensur-Welle

Die zum Google-Imperium gehörende Online-Plattform YouTube fährt neue Geschütze auf, um unliebsame Meinungen zu unterdrücken.

von Nicolas Riedl

Im Frühjahr 2020 machten zahlreiche Nutzer großer YouTube-Kanäle unschöne Erfahrungen mit Löschorgien. Schneller als man sehen oder klicken konnte, entfernte YouTube Videos zum Thema Corona-Krise, die entweder nicht WHO-konform waren oder aus anderen fadenscheinigen Gründen nicht erwünscht schienen. Während sich das Geschehen im Sommer etwas beruhigte, holt YouTube nun neue und härtere Methoden aus dem Köcher, um Inhalte zu zensieren, die das offizielle Corona-Narrativ erheblich ins Wanken bringen. Umso wichtiger sind Alternativen.

Dass die Google-Topchter YouTube Videos mit der Begründung löscht, dass sie den Community-Richtlinien widersprächen, ist man mittlerweile schon fast gewöhnt. Bisher hatte das auch meist keine weiteren Konsequenzen für den betreffenden Kanal, abgesehen davon, dass der Kanalbetreiber seinen gewünschten Content nicht veröffentlichen konnte.

Doch dies verschärft sich nun dergestalt, dass YouTube nicht nur Videos löscht, sondern auch Verwarnungen ausspricht – meist mit dem Vorwurf, man hätte mit diesem Video „Spam, irreführende oder betrügerische Inhalte“ veröffentlicht. Die Konsequenz: Ab der zweiten Verwarnung darf der Betreiber für die nächsten zwei Wochen keine Videos hochladen, Beiträge posten oder die Playlisten verwalten. Der YouTube-Kanal von Rubikon ist von dieser Maßnahme betroffen und hat bereits eine zweite Verwarnung erhalten, gegen die Beschwerde eingereicht wurde. Erfolglos.

In erster Linie hat diese neue Zensurform zur Folge, dass der Kanal zwei Wochen lang handlungsunfähig und damit außerstande ist, auf wichtige Ereignisse zu reagieren. Zum anderen schafft dieses Vorgehen eine Schere im Kopf der User, die sich nunmehr zweimal überlegen, welchen Inhalt sie hochladen, da weitere Verwarnungen die Löschung des gesamten Kontos und damit das Zunichtemachen teils jahrelanger Arbeit zur Folge haben könnten.

Diese neuen Entwicklungen zeigen noch einmal eindrücklich, wie wichtig es ist, alternative Strukturen aufzubauen.

Das bedeutet konkret: Videos auf anderen Plattformen oder – so man über derlei Infrastruktur verfügt – auf eigenen Servern hochzuladen. So ist Rubikon auch auf BitChute vertreten und die Videoredaktion sieht sich nach weiteren Alternativen um.

Das wichtigste Tool ist und bleibt in dieser Zeit der Nachrichtenmessenger Telegram, der über die jeweiligen Kanäle völlig frei von Zensur Inhalte verbreitet, offene Diskussionen und Umfragen ermöglicht. Mittlerweile hat sich dieser Messenger vollends etabliert und bewährt, sodass sich dort eine ganz neue Kommunikations-Kultur gebildet hat.


Nicolas Riedl, Jahrgang 1993, ist Student der Politik-, Theater- und Medienwissenschaften in Erlangen. Er lernte fast jede Schulform des deutschen Bildungssystems von innen kennen und während einer kaufmännischen Ausbildung ebenso die zwischenmenschliche Kälte der Arbeitswelt. Die Medien- und Ukrainekrise 2014 war eine Zäsur für seine Weltanschauung und -wahrnehmung. Seither beschäftigt er sich eingehend und selbstkritisch mit politischen, sozio-ökonomischen, ökologischen sowie psychologischen Themen und fand durch den Rubikon zu seiner Leidenschaft des Schreibens zurück. Soweit es seine technischen Fertigkeiten zulassen, produziert er Filme und Musikvideos. Er ist Mitglied der Rubikon-Jugendredaktion und schreibt für die Kolumne „Junge Federn“.

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