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Kranke Gesundheitsapostel

Wenn Covid-19 einen Politiker erwischt, dient das der Presse als gefundenes Fressen, um die These von der Gefährlichkeit des Virus zu zelebrieren.

von Peter Frey

Es war ja schon eine Ironie oder vielleicht sogar ein Zynismus der Geschichte, dass Boris Johnson — der britische Premierminister — nachdem er sich noch bis in den März hinein geziert hatte, sich in die Riege der Lockdown-Befürworter einzureihen — plötzlich und ganz unzweifelhaft an Covid-19 erkrankt in eine Klinik eingeliefert werden musste. Der Lockdown war da schon über Großbritannien gekommen. Johnson wurde erfreulicherweise wieder gesund. Für andere seiner Zunft kam die Hilfe leider zu spät — wegen Covid-19? Bemühen wir dazu etwas Satire.

Wir wissen nicht, ob Johnson auch so gründlich … hust … auf SARS-CoV-2 getestet wurde, wie zig Millionen andere Menschen auf der Welt. Die Art und Weise der Testung wie auch die benutzte Methode sind — das weiß der informierte Leser — schlicht für den Mülleimer. Noch abenteuerlicher wird es, wenn weißbekittelte Experten aus dem Test auch gleich noch die Krankheit extrapolieren: Covid-19.

Johnson war positiv getestet worden und er hatte Symptome von Covid-19 — äh … welche? Erinnern wir uns, dass diese Symptome unspezifisch sind, passend zu den Testergebnissen auf dessen angeblichen Erreger. Somit kann man heutzutage jede Lungenentzündung, allerdings auch jede triviale Erkältung auf das „neuartige“ Virus schieben, oder auch beliebig viele andere Dinge. Ja, denn auch der Boris musste in eine Klinik. Wie krank der Politiker war, ist nicht so recht bekannt, vielleicht war er es ja auch gar nicht, nachdem der Schnupfen nicht so recht weichen wollte (1).

Massenmedien sind so frei, und nennen die Krankheit mit den indifferenten Symptomen — auch wenn das natürlich ein schreiender Widerspruch ist — gleich mal „Lungenkrankheit“. Damit den Leuten auch ja weiter der Frack und das Bild unzähliger Erstickender nicht aus dem Kopf geht. Wissenschaftlich ist es natürlich Nonsens, denn wäre es eine „Lungenkrankheit“, wäre schließlich das Krankheitsbild klar; ebenso klar wie die nachgewiesene Kausalität eines vollständig isolierten Erregers als Verursacher der „Lungenkrankheit“. Dem ist nicht so. Aber immerhin musste Boris Johnson ja auf eine Intensivstation verlegt werden, wobei die Medien beruhigten, dass er kein Beatmungsgerät gebraucht hätte (2). Böse Zungen — und dazu zähle ich die meine — könnten nun behaupten, dass das eine sehr schöne PR-Aktion war, quasi Öffentlichkeitsarbeit, nach dem Motto: „Schaut doch, in Zeiten der Coronanot sind wir alle gleich und jeden kann es erwischen“.

Wenn die Angst bis in die letzte Haarwurzel aufgestiegen ist, dann findet der entsprechend Konditionierte Notstandsmaßnahmen wie diese gar nicht mehr so schlimm:

„Die britische Regierung plant zudem noch weitere Einschränkungen. Ein auf der Website der Regierung veröffentlichter Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Polizisten künftig Menschen wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion festnehmen und zum Test zwingen können“ (3).

Keine klar beschriebenen Symptome, keine nachweisbare Kausalität eines Erregers zu einer Krankheit, wobei der Erreger noch nicht einmal isoliert wurde — oder haben wir da etwas verpasst? —, und noch dazu ein Test, der für so eine Indikation weder geeignet ist noch, jemals dazu gedacht war.

Diese abenteuerliche Sachlage genügte trotzdem für Willkürmaßnahmen, die einem noch immer die Sprache verschlagen sollten, so man nicht völlig gehirngewaschen ist. Wie dem auch sei, vielleicht war er ja wirklich krank, der Boris, ist schließlich viel Stress damit verbunden, mal einen kompletten Überwachungsstaat mehr oder weniger auf Probe hochzuziehen. Oder wollte man ihm gar ein klein wenig Angst machen, um seinen Glauben an das „tödliche Virus“ und die deshalb notwendigen wie alternativlosen Maßnahmen zu stärken? Schlagen wir doch mal die Brücke von Großbritannien nach Afrika, nach Burundi.

Burundis Präsident Pierre Nkurunziza hatte nämlich am 1. Mai des Jahres die Corona-Pandemie als Hoax, also als einen gigantischen Betrug, bezeichnet. Mehr noch: Man hatte kurz vor den Präsidentschaftswahlen in Burundi die Weltgesundheitsorganisation WHO aus dem Land geworfen — und wir dürfen dreimal raten, warum man es tat. Die burundische Führung war nicht bereit, anstehende Wahlen durch einen Lockdown zu behindern und schon gar nicht, sich das von außen vorschreiben zu lassen. Die Reaktion in den westlichen Medien war typisch: „Kritiker werfen vor (…), Gefahren bewusst zu ignorieren“. Die in der allgemeinen Hysterie herbeigeschrienen Gefahren wollte sich der „autoritäre“ Präsident nun aber partout nicht zu eigen machen (4, 5).

Jeder Staatsmann dieser Welt — erst recht einer in Afrika — sollte in Sorge geraten, wenn sich der Council on Foreign Relations (CFR) solche um die Demokratie in seinem Lande macht. Die mächtige US-amerikanische Denkfabrik ist sozusagen der Trendsetter für akut anstehende, dringend umzusetzende politische Transformationen. Dass da irgend ein Dritte-Welt-Staat eigene Wege geht, wenn doch gerade eine globale Krise durchexerziert wird, ist nicht vorgesehen. Denn schließlich wurde festgelegt, dass die ganze Welt besorgt sein muss, ob der konstruierten Pandemie. Die Sorge des CFR klang daher so:

„Aber die Pandemie erhöht nun den Einsatz für die Nachbarstaaten, deren Versuche, das Virus unter Kontrolle zu bringen, dadurch bedroht sind, dass Burundi darauf besteht, das Wahltheater ungeachtet der damit verbundenen Risiken für die öffentliche Gesundheit voranzutreiben. So scheint die Organisation (Afrikanischer Staaten) heute bestenfalls hilflos zu sein, da Burundi und das benachbarte Tansania sich weigern, COVID-19 ernst zu nehmen. In einer so instabilen Region wie der Region der Großen Seen ist es nicht übertrieben zu befürchten, dass das Versagen der regionalen Institutionen bei der Bewältigung von Bedrohungen einige Akteure dazu veranlassen könnte, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, was anhaltende Zyklen der Instabilität nährt“ (6).

Wenn „regionale Institutionen versagen“ — und das festzustellen liegt nicht bei diesen, wenn es sich um afrikanische handelt — dann war die Wertegemeinschaft schon immer bestrebt, einzugreifen, um ordnungspolitisch die gewünschten Verhältnisse (wieder)herzustellen. Wer ausschert, lebt da gefährlich. Natürlich spekuliere ich hier freimütig, sowohl mit einem möglichen PR-Gag des Boris Johnson als auch mit dem weniger glücklichen Ablauf in Burundi. Auch ich lebe meine Narrative. Allerdings spielt der Verlauf der Ereignisse in dem ostafrikanischen Land diesem doch verdammt gut in die Karten.

Dazu gehört auch, dass Burundi im Mai die Sendboten der Guten, Vertreter der WHO aus dem Land komplimentierte (7). Die WHO war und ist eine Schlüsselinstitution, jene die den offiziellen Startschuss für eine Groteske mit weitreichenden Folgen — genannt Pandemie — gegeben hat. Ihr Einfluss ist kein medizinischer, sondern ganz zuvorderst ein politischer, so wie die WHO — getreu dem Motto: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ — ihrerseits von „Weltverbesserern“ dirigiert wird (8).

Doch Burundi hat inzwischen „auf den rechten Weg“ zurückgefunden und macht mit beim großen Pandemie-Theater — auf Kosten seiner Bevölkerung. Dass dieser Geisteswandel so schnell vonstattenging, dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass der zwar aus dem Präsidentenamt scheidende, jedoch überaus einflussreiche Nkurunziza Anfang Juni plötzlich und unerwartet verstorben ist. Massenmedien spekulierten sofort, dass Corona den „Pandemieleugner“ sozusagen final mit einer tödlichen Covid-19-Erkrankung abstrafte. Halleluja: Danken wir dem Schöpfer, dass er uns endlich eine Todesursache schenkte, die — sozusagen per Dekret — auf alles und jeden anwendbar ist. So kommt man auch nicht auf den Gedanken, dass dem durchtrainierten Präsidenten beim Ableben mittels Herzinfarkt möglicherweise ein wenig unter die Arme gegriffen wurde (9).

Fakt ist, dass nun der Irrsinn auch in dem ostafrikanischen Land seinen Lauf nimmt: Massentests, welche die „Fallzahlen“ nach oben treiben und die Menschen in Angst und Schrecken versetzen, werden gekoppelt mit Maßnahmen zur „sozialen Distanzierung“, um nun auch dort „die Virus-Pandemie zu besiegen“ (10, 11).

So weit ist es beim Nachbarn Tansania noch nicht. Dessen Präsident ist ausgebildeter Mediziner und durchaus bewandert im Umgang mit Tests. Er hatte die Unzuverlässigkeit der nach Tansania gelieferten PCR-Testkits öffentlich gemacht, die zum Beispiel bei einer Ziege und einer Papaya-Frucht positiv anschlugen (12). Wünschen wir John Magufuli, dem tansanischen Präsidenten auch weiterhin gute Gesundheit und einen nicht infizierten Apparat, der zuverlässig seine persönliche Sicherheit im Auge hat. Wobei „nicht infiziert“ — das sollte klar sein — keinesfalls auf „infiziert mit dem Coronavirus“ bezogen ist.

Bitte bleiben Sie schön aufmerksam.


Quellen und Anmerkungen:

(1) Die Welt, dpa; Boris Johnson wegen Covid-19 Erkrankung im Krankenhaus, 5. April 2020, https://www.welt.de/politik/ausland/article207052537/Britischer-Premierminister-Johnson-wegen-Covid-19-Erkrankung-im-Krankenhaus.html
(2) ARD-Tagesschau; Annette Dittert, Britischer Premier Johnson auf Intensivstation, 6. April 2020, https://www.tagesschau.de/ausland/johnson-coronavirus-105.html
(3) ARD-Tagesschau; Jens-Peter Marquard, Johnson macht die Schulen dicht, 18. März 2020, https://www.tagesschau.de/ausland/grossbritannien-johnson-107.html
(4) Taarifa; President Nkurunzia Says #COVID-19 Is A Hoax, Mai 2020, https://taarifa.rw/president-nkurunzia-says-covid-19-is-a-hoax/
(5) epd, Burundi weist vor den Wahlen WHO-Team aus, 14. Mai 2020, https://www.evangelisch.de/inhalte/170108/14-05-2020/burundi-weist-vor-den-wahlen-who-team-aus
(6) CoFR, Michelle Gavin; Covid-19 is Coinciding with Dangerous Trends in Burundi’s Democracy, 6. Mai 2020, https://www.cfr.org/blog/covid-19-coinciding-dangerous-trends-burundis-democracy
(7) Reuters, Burundi expels WHO team as it prepares for presidential election, 14. Mai 2020, https://www.reuters.com/article/us-health-coronavirus-burundi/burundi-expels-who-team-as-it-prepares-for-presidential-election-idUSKBN22Q0XS
(8) (WHO; Voluntary contributions by fund and by contributor, 2018, Annex, Seite 6, 9. Mai 2019; https://www.who.int/about/finances-accountability/reports/A72_INF5-en.pdf
(9) Süddeutsche Zeitung, Bernd Dörries, Rätselhafter Tod des Präsidenten, 9. Mai 2020, https://www.sueddeutsche.de/politik/burundi-nkurunziza-tod-1.4932552
(10) Coronavirus and Regime Change: Burundi’s Covid Coup, 14. Juli 2020, https://off-guardian.org/2020/07/14/coronavirus-and-regime-change-burundis-covid-coup/
(11) AA, Felix Tih; Burundi launches COVID-19 mass screening campaign, 7. Juli 2020, https://www.aa.com.tr/en/africa/burundi-launches-covid-19-mass-screening-campaign/1902072
(12) ZDF, Julius Klaus, Corona bei einer Papaya?, 09. Mai 2020, https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-papaya-ziege-tansania-test-100.html


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