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Lehesten: Schneechaos

Wer sich noch an den Winter 1978-1979 erinnert, weiß was Schnee & Chaos bedeuten kann. Mit stolzen 8 Jahren erlebte ich diesen Winter mit täglichem Schlittenfahren und 2 Wochen Ski-Urlaub in Südbayern. Bewältigt werden konnte dieser schneereiche Winter damals ohne Probleme. Man löste Situationen wie sie anfielen und arrangierte sich mit den Gegebenheiten.

Lehesten: Schneechaos
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Heute sieht es ganz anders aus. Misswirtschaft, fehlende Vorräte und Lösungen verhageln 40 Jahre Wintererfahrungswerte und niemand muss dafür Rechenschaft ablegen oder Konsequenzen erwarten.

Mangelhafte Bevorratung

Thüringer Winterdienste bestellen Hände ringend Salz, weil die Lager leer und das Bundesland keinerlei ausreichende Notvorräte für besondere Winter angelegt hat.

Dies führt zu teils absurden Dienstanweisungen, welche die aktiven Winterdienstlern mit Kopfschütteln und Fragezeichen in den Augen zurück lassen.

“Nur räumen und Salz streuen mit nur 5g/m², so die Dienstanweisung.”

Die Folgen, gerade im Thüringer Gebirge sind verheerend. Aber was tun, wenn zu wenig Salz für die Winterdienste zur Verfügung steht.

Lokal vor Ort

Unterstützung dagegen darf man von den Einwohnern, beispielsweise in der Schieferstadt Lehesten, erwarten. Dem Räum- und Winterdienst ist bereits enorm geholfen, wenn Anwohner ihren Schnee nicht auf die Fahrbahn kippen.

Lehesten: Schneechaos

Unabhängig davon, dass man hier von einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr sprechen könnte, den Winterdienstfahrern ist es ein Dorn im Auge, da sie nicht ordentlich “Bahn” machen können. Schnee vom eigenen Grundstück, Parkplatz & Freifläche sollte nicht auf der Straße landen.

Die Verärgerung aus verständlicher Hilflosigkeit der Anwohner ist ebenso nachvollziehbar, wenn in manchen Straßen die Anwohner nicht mehr wissen, wohin mit dem Schnee. Auf der einen Seite die Häuserfront, auf der anderen Seite die Straße, dazwischen der Gehweg, der tunlichst verantwortungsvoll vom Schnee befreit sein sollte.

Nur so können Lehestener ihre Wege zu Arzt, Zeitschriftenladen, Rathaus und ihren Einkäufen bewältigen. Allerdings ist es nicht zwingend erforderlich, beidseitig einer Straße alle Gehwege räumen zu müssen, solange jeder Einwohner seiner Wege gehen kann.

Lehesten: Schneechaos

Wie gerufen kommt exakt zu diesem Zeitpunkt der sich vorher angekündigte Kupplungsschaden am Bauhof-eigenen Unimog. Schnee müsste genau jetzt aus der Innenstadt heraus transportiert werden.

Lösungen finden

Vermutlich dienen genau solche Tage dazu, dass sich Stadtrat, Bauhof, Anwohner und Winterdienstler zusammen setzen, um ein solides, ausgereiftes, realitätsnahes Prozedere für genau derartige Wintertage ausarbeiten. 40 Jahre Wintererfahrungen sind hier von Vorteil.

Aktuell wirft eine Seite der anderen den Schnee vor die Füße. Es muss also eine nachhaltige Lösung gefunden und erarbeitet werden. Und wer kann das besser als Lehestener?

Speditionsverkehr

Ein weiteres großes Problem stellt der Umgang mit LKW Fahrern dar. Unzählige LKWs bleiben bereits am Röttersdorfer Anstieg hilflos mit den Rädern scharrend stehen, wissentlich, dass es schneit, wissentlich, dass es steile Anstiege gibt, wissentlich um die eigene Bereifung am LKW.

Weshalb Speditionen für die Rettungs-Einsätze durch hilfsbereite Anwohner und ggf. dem Bauhof nicht aufkommen müssen, wenn sie ihre Fahrer mit ungenügend ausgerüsteten Sattelzügen durch das Schiefergebirge fahren lassen, ist noch immer ein dringend zu klärender Posten auf kommunaler & Landesebene.

Neben einer deutlich erkennbaren Ausschilderung in Wintermonaten und einer konsequenten Bußgeldverfolgung bedarf es hier einer klaren Vorgehensweise. Ganz unglücklich werden diese Vorfälle, wenn PKWs selbst stecken bleiben, wenn sie gestrandete LKWs passieren versuchen.

Lehesten: Schneechaos

Schnee ist demnach in Hülle und Fülle nichts neues. Der Umgang aber jedoch scheinbar schon. Für eine lokale, reibungslose Bewältigung von schneereichen Tagen bedarf es solider Prozesspläne, einem harmonischen Miteinander und Verständnis zwischen Anwohnern, dem Winterdienst und der Stadt. Auf vorausschauende Souveränität und Planungsqualität ist augenscheinlich auf Länderebene nicht zu hoffen.

Glückauf!

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