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Übung 2

Einleitung

Bevor wir mit der zweiten Übung beginnen, wie gewohnt ein paar Informationen vorne weg. Übung Zwei dient dem Erlernen das eigene Bewusstsein, also die eigene Aufmerksamkeit, gezielt zu lenken.

Fokussieren bedeutet zielgerichtet wahrnehmen.

Im Allgemeinen kennen wir die Sprüche hinsichtlich „Konzentrieren“ und haben als Kind oder sogar als Erwachsener immer wieder die Ermahnung gehört „konzentriere dich doch mal … konzentriere dich mehr“.

Allerdings haben uns selten bis nie Erwachsene erklärt und gezeigt, was „konzentrieren“ eigentlich bedeutet, wie es funktioniert, geschweige denn was es mit unserem Bewusstsein und unserer Aufmerksamkeit auf sich hat.

Mein Rat: Nachdem Sie die Übung lieb gewonnen haben, machen Sie diese Übungen gerne auch Ihren Kindern, Familienmitgliedern und Freunden bei. Lernt man fokussieren und versteht das warum und das wie, dann klappt es auch mit dem „konzentrieren“.

Hinweis: Der einfachste Einstieg in diese Übung ist die sogenannte „geführte Meditation“. Eine Person spricht den Text und führt die andere Person durch diesen Prozess. Der Vorteil liegt darin, dass die geführte Person sich vollständig auf Ihre Worte verlassen kann. Sehr schnell werden Sie diese Art des „geführt werdens“ nicht mehr benötigen, weil sie die Kernvorgänge dieser Übung zügig verstanden und verinnerlicht haben.

Hilfreiche Erklärung:

Wenn wir unser Bewusstsein grob in zwei Haupteinheiten unterteilen, Unterbewusstsein und Wachbewusstsein, dann dürfen wir diese beiden Einheiten erneut unterteilen in das sogenannte „Denkhirn“ und „Gefühlshirn“.

Die denkende Einheit ist sehr rational und logisch ausgelegt. Das heißt, es folgt einer sehr linearen Logik und Zwischenspeicherung von Ereignissen.

Die fühlende Einheit ist sehr emotional und kreativ ausgelegt. Deshalb folgt es einer ganz eigenen Form von „Struktur“, dessen wir uns selten bis nie bewusst sind. Seien Sie versichert, es hat tatsächlich eine sehr klare eigene Form von „Logik“, sprich Struktur. Ich beschreibe dies in Vorträgen und Seminaren gerne als „anhaftende Ball-Struktur“, da die fühlende Einheit nach emotionalen Gefühlsmomenten sortiert, weniger nach chronologischen Ereignissen wie die „denkende Einheit.

Beide Einheiten übrigens, vergleichen die Ist-Situation (das Jetzt) stets mit der sogenannten Vergangenheit, um uns einen hilfreichen Hinweis für die sogenannte Zukunft (den nächsten Moment) liefern zu können. Diese vor und zurück Bewegung ist bei beiden Einheiten gleichermaßen wirkend.

Jegliche „Informationen“ aus beiden Einheiten werden dann, nach Kenntnis und Verarbeitung, entweder in Schwebe gehalten (ähnlich dem RAM-Riegel/Cache Ihres Computers) oder ins Unterbewusstsein geschoben. Über die höhere Anbindung an jeweilige Über- und Unter-Kollektivspeicher möchte ich noch nicht sprechen, da dies zu früh zu weit vorgreifend wäre und für Sie jetzt, bei dieser Übung, wenig bereichernd wäre.

An dieser Stelle haben wir schon einmal eine grobe Vorstellung, wie unser Bewusstsein arbeitet. Nun kommen wir zur Aufmerksamkeit und runden das gesamte Bild vollständig ab.

Aufmerksamkeit ist die Abfrage und Aufnahme von körperlichen und geistigen Sensoren.

In einer materiell orientierten Gesellschaft werden verständlicherweise die körperlichen Sensoren, wie Augen, Nase, Mund, Schleimhäute, Tastsensoren usw. als die sogenannten primären Wahrnehmungsorgane bezeichnet.

Wenn man davon ausgeht, welche Informationen wir deutlich „früher“ erhalten, bevor ein Mund, eine Nase oder die Augen etwas wahrnehmen können, müssten wir unsere inneren Sensoren auf Energie- und Gefühlsebene als die wahren Primär-Wahrnehmungssensoren bezeichnen. Um des Friedens willen teilen wir die Sensoren zur Wahrnehmung in geistige und körperliche Wahrnehmungssensoren ein.

Als repräsentatives Beispiel dazu dient die allbekannte Supermarktkasse, der Einkaufswagen und unsere lieben Mitmenschen. Sie haben genau das richtige Beispiel gerade im Kopf. Von hinten nähert sich eine Person und noch bevor Sie den Einkaufswagen in den Waden spüren, tauchte ein unwohliges Gefühl in Ihrem Inneren auf. DAS ist einer Ihrer inneren, geistigen Sensoren.

Wenn Sie sich jetzt an „Aura“ und dergleichen erinnern, sind Sie auf dem richtigen Weg. Dazu aber ein anderes Mal mehr Informationen.

Fokussieren ist das lernen von zielgerichteter Sensoren-Informationsaufnahme.

Mit dieser Übungen entdecken Sie die Vielfalt Ihrer inneren Sensoren. Sie erhöhen die Kommunikation Ihrer inneren Gefühlssensoren. Durch das gezielte „Abfragen“ einzelner Sensoren trainieren Sie automatisch Ihre Aufmerksamkeit wie einen Lichtstrahl gezielt zu lenken.

Mit dem wachsenden Verständnis über die Arbeitsweise Ihrer Bewusstseinseinheiten, verstehen Sie von ganz alleine, wie Ihr System und Ihre ganze Einheit funktioniert. Sie beginnen sich als Ganzes zu fühlen und zu entdecken.

Hinweise: Wenn Sie während dieser Übung einschlafen, ist das völlig normal. Idealerweise führen Sie diese Übung zu üblichen Wachzeiten durch. Wenn Sie eine Person durch diese Übung durchführen und diese Person einschläft, wecken Sie diese Person nicht auf, sondern lassen diese Person ganz natürlich wieder ins Wachbewusstsein zurückkehren. Es hilft niemanden hier eine harte Linie zu fahren.

Sollten sich Kopfschmerzen oder ein Druck im Kopf durch diese Übung einstellen, dann kennen Sie Ihre Lösung und Hilfestellung durch Übung Eins. Einfach los lassen, abfließen lassen.

So herrlich ist es, wenn Sie passendes Handwerkszeug eigenständig erlernt und jederzeit und überall parat haben.

Also fangen wir an

Ziel: Bewusstsein fokussieren

Indexierungssatz: Ich erfahre mich

Bewegung: Aufmerksamkeit lenken, fühlen und wahrnehmen

Visualisierung: Augen schließen und die Aufmerksamkeit vollständig auf einzelne Körperteile richten. Wir nehmen vielfältig und einzeln wahr, was uns in dieser Feinheit so noch nicht bewusst war. Unsere Visualisierung zeigt sich zweigleisig. Einerseits richten wir unsere Aufmerksam gezielt auf einzelne Stelle, andererseits darf sich jede beleuchtete Stelle zeigen, wie sie es möchte.

Das was wir tun ist: Sich vom Kleinen bis zum Ganzen lernen wahrzunehmen.

Endlich kommen wir in unserer Mitte an, wir nehmen uns vollständig wahr und entdecken unsere Vielfalt auf jeder denk- und fühlbaren Ebene.

Hinweis: Der AHA-Effekt ist bei dieser Übung immens. Noch nie haben wir einzelne Körperteile in solch einer Vielfalt wahrgenommen. Am Ende jeder Übung erfahren wir unseren Körper, unsere Zellen und unsere Gefühle als eine vollständige, vollkommene Einheit.

Der Lerneffekt dabei ist: Wir stärken unsere Fähigkeit unsere Aufmerksamkeit gezielt zu steuern und lenken. Obendrein beginnen wir mit jeder Übung mehr und mehr uns selbst als ganze Einheit zu akzeptieren. Deshalb üben, üben, üben … denn das ist erfahren, entdecken, lernen.

Wenn unser Bewusstsein beginnt zu lernen, dass wir unsere Aufmerksamkeit gezielt lenken, tritt es in eine tiefere Interaktion mit uns. Jede weitere Übung, wie z.B. Übung 1 oder Übung 3 und 4 werden mit dieser Fokussierungsübung noch intensiver, noch einfacher und noch erkenntnisreicher.

Übung Zwei in ihrem gesamten Ablauf:

  • Einen Zeitraum wählen, in dem Sie 10-30 Minuten ungestört sind
  • Nehmen Sie eine bequeme aufrechte Haltung ein, achten Sie darauf, dass sich Ihre Hände und Füße nicht berühren und Ihre Beine nicht übereinander geschlagen sind. Idealerweise legen Sie Ihre Hände auf Ihre Beine (in den Schoß) mit den Handflächen nach oben (kein muss).
  • Schließen Sie die Augen und führen Sie den ersten Teil der Übung 1 durch:

Augen schließen mit dem Satz: Ich komme jetzt zur Ruhe

1x Tief einatmen, das Bewusstsein auf sich selbst richten und mit dem Atem alles umfassen was jetzt für diesen einen Moment gehen darf. Beim Ausatmen bewusst all das los lassen was zuvor beim tiefen einatmen umhüllt wurde.

Normal atmen und die Sätze (laut oder still) sprechen:

Alles, was mich abhält in liebevoller Ruhe zu sein, lasse ich jetzt los, für diesen Moment

1x Tief einatmen und erneut alles beim einatmen umfassen und beim ausatmen loslassen

Alles was wichtig ist, darf später wieder da sein. Alles was nicht mehr wichtig ist, darf entlassen sein. Jetzt für diesen Moment komme ich zur liebevollen Ruhe und Gelassenheit.

1x Tief einatmen und zum letzten Mal alles umfassen, was beim ausatmen losgelassen werden darf.

Ich bin jetzt in liebevoller Ruhe, Gelassenheit und synchronisiere mich mit dem Leben

Den Körper normal weiter atmen lassen, denn das eigene System weiß am besten, wie es atmen muss

  • Jetzt richten Sie mit geschlossenen Augen Ihr Bewusstsein und Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre rechte Hand. Nehmen Sie Ihre Hand einfach nur wahr.
  • Verfeinern Sie Ihre Wahrnehmung, achten Sie darauf wie sich die Hautoberfläche Ihrer rechten Hand anfühlt, spüren Sie Ihren Puls in Ihrer Hand, eventuell sogar das Blut durch die Adern und Gefäße fließen, wie fühlt sich die Spannung ihrer Muskulatur in Ihrer Hand an. Fühlen Sie Wärme, Kälte oder gar keine Temperatur? Spüren Sie einen Lufthauch auf die Haut? Gibt es in Ihrer Hand eine Verspannung oder gar Schmerz? Entspannung, Kribbeln. Nehmen Sie sich 30 Sekunden Zeit.
  • Schwenken Sie Ihrer Aufmerksamkeit auf Ihre linke Hand. Spüren Sie Ihre linke Hand in all Ihrer Vielfalt und nehmen sich wieder 30 Sekunden Zeit.
  • Richten Sie jetzt Ihre Aufmerksamkeit auf beide Hände gleichzeitig. Nehmen Sie beide Hände wahr.
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf ihre beiden Handgelenke
  • beide Unterarme
  • auf Ihren Ellbogen
  • Ihre Oberarme
  • Ihre Schultern
  • Nehmen Sie Ihre beiden Arme von den Fingerspitzen bis zu den Schultern wahr
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihren oberen Rücken
  • auf ihren mittleren Rücken
  • auf ihren unteren Rücken
  • Nehmen Sie ihren ganzen Rücken wahr, von den Schultern bis zu den Hüften
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Becken
  • Ihre ganze Beckenregion, Ihre ganze Hüfte
  • Ihre Oberschenkel
  • Ihre Knie
  • Ihre Unterschenkel
  • Ihre Knöchel
  • Ihre Füße
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Fersen
  • Ihre Fußsohle
  • Ihren Fußrücken
  • Ihrer Zehn Zehen
  • Spüren Sie in beide großen Zehen
  • Ihre zweiten Zehen, Ihre dritten, vierten und Ihre kleinen Zehen
  • Werden Sie sich Ihrer Beine, Arme und Rumpfes gewahr
  • Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Kinn
  • Ihren Kiefer
  • Ihr rechtes Ohr
  • Ihr linkes Ohr
  • Ihre Unterlippe
  • Ihre Oberlippe
  • Spüren Sie den Raum zwischen Ober- und Unterlippe
  • Spüren Sie Ihr rechtes Nasenloch
  • Linkes Nasenloch
  • Ihre Nasenspitze
  • auf Ihre ganze Nase
  • Ihr rechtes Augenlid
  • Ihr linkes Augenlid
  • Ihr rechtes Auge
  • Ihr linkes Auge
  • Ihre rechte Augenbraue
  • Ihre linke Augenbraue
  • auf die Stelle zwischen den Augenbrauen
  • Spüren Sie Ihre Stirn
  • Ihre Schädeldecke
  • Ihr Hinterkopf
  • Ihren ganzen Kopf
  • Werden Sie sich Ihres ganzen Körpers bewusst.
  • Füße, Beine, Arme, Rumpf, Hals, Kopf
  • Lassen Sie Ihren ganzen Körper, als Vollkommenes, als Ganzes auf sich wirken
  • Spüren Sie sich
  • Bleiben Sie noch eine Weile in dieser Wahrnehmung und Entspannung, bevor Sie Ihre Augen öffnen. Nehmen Sie diese Aufmerksamkeit und Wahrnehmung mit in Ihren Alltag.

Denn das sind Sie, in diesem Moment, in diesem Raum, wo immer Sie sind.

Wann immer Sie können, erinnern Sie sich an exakt diese Wahrnehmung und synchronisieren Sie sich wieder mit sich und Ihrem Umfeld.


© 2020/1 Praxis Danny D. Wenk

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