Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Wolfgang Wodarg zieht im Rubikon-Exklusivinterview Lockdown-Bilanz und skizziert die skandalöse Möglichkeit ethnischer Selektion durch falsche oder vorschnelle Corona-Medikation.

Ein Interview von Madita Hampe

Es ist das zweite Interview innerhalb von drei Monaten, das Wolfgang Wodarg dem Rubikon gibt. Der ehemalige Lungenarzt, langjährige Leiter eines Gesundheitsamtes und Bundestagsabgeordnete ist seit Beginn der Corona-Krise zur personifizierten zweiten Meinung geworden, die viele Menschen anscheinend ersehnt hatten, die aber im öffentlichen Diskurs nicht ansatzweise ernsthaft diskutiert wurde. Wodarg scheint mit vielen Aussagen auch aus dem ersten Interview vor etwa zwei Monaten richtig zu liegen. Das Virus SARS-CoV-2 ist kein Killer-Virus und in der Bundesrepublik gibt es keine Leichenberge und völlig überforderte Intensivstationen. Doch dem Warner vor der Panikmache wird nicht zugestimmt, auch wenn er in vielem Recht behielt. So scheint Wodarg das Schicksal der Kassandra zu teilen, deren Warnungen nicht gehört wurden. Das könnte auch bei der Frage der Corona-Medikamente der Fall sein.

Die Toten des Lockdowns

Während immer wieder berichtet wird, in den letzten Wochen und Monaten seien mehr Menschen gestorben als im Vergleichszeitraum in den Vorjahren, wiederholt Wodarg seine Einschätzung, dass sich die Coronainfektionen und Toten im Rahmen der jährlichen Grippewelle befänden, die sogar noch kürzer verliefe als sonst.

Ein Widerspruch? Nein, nicht unbedingt. Denn woher eine vermehrte Sterblichkeit gegenüber den Vorjahren rührt, wissen wir schlicht noch nicht. Sie einfach ohne Daten und Fakten dem neuen Corona-Virus zuzuordnen, ist unwissenschaftlich.

Ja, 2020 ist vieles anders, vieles was dafür verantwortlich sein kann. Da sind 28 Millionen weltweit verschobene chirurgische Eingriffe, darunter fast eine Million in Deutschland, unter denen sich wiederum 52.000 Krebsoperationen befinden (1). Da sind 30 Prozent weniger Patienten in der Kardiologie (2), die sich womöglich nicht mehr in die Krankenhäuser trauen und im schlimmsten Fall zu Hause, allein und ohne schnelle Hilfe zu erhalten einen Herzinfarkt erleiden.

Da sind die Auswirkungen des Lockdowns für Patienten mit Angststörungen und Depressionen. Da sind erhöhte Suizidraten, vermehrtes Auftreten von häuslicher Gewalt und die Folgen von Einsamkeit.

„Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Nach monatelangem Ausnahmezustand, Chaos und Schockstarre, meldet sich Wodarg im die zweite Welle herbei fürchtenden Erwartungsvakuum wieder zu Wort und das mit schweren Anschuldigungen.

Im Gespräch mit Jens Lehrich erklärt er nicht nur, warum ein Impfstoff der nur ein oder eineinhalb Jahre getestet wurde, in keinem Fall sicher sein kann, sondern erhebt auch schwere Anschuldigungen gegen Ärzte, die das Medikament Chloroquin, bei großer Probandenzahl in klinischen Studien testen.

Und plötzlich steht unterschwellig der Vorwurf ethnischer Selektion im Raum, denn laut Wodarg werde nur in einem kleinen Bruchteil der großangelegten Studien davor gewarnt, dass Menschen mit einem im in den Tropen weit verbreiteten Enzymdefekt, auf keinen Fall an diesen Studien teilnehmen dürfen.

Hydroxychloroquin kann für sie tödlich sein. Wodarg zitiert eine Studie, wonach deutlich mehr Schwarze und Hispanier nach der Coronabehandlung starben als Weiße.

Es ist ein Skandal noch ungeahnten Ausmaßes. Vorsatz? Pharmazeutischer Rassismus? Wodarg ruft kritische Juristen dazu auf, wegen fahrlässiger Tötung Anzeige zu erstatten und meint schließlich:

„Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (…) Jeder, der da mitmacht, macht sich mitschuldig.“

Rubikon möchte sich nicht mitschuldig machen, indem er — wie die meisten anderen — wegschaut und über solche Hinweise nicht berichtet.


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.welt.de/vermischtes/article207436223/Corona-Deutlich-weniger-Patienten-in-der-Kardiologie-Aerzte-werden-stutzig.html
(2) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/112862/28-Millionen-chirurgische-Eingriffe-weltweit-aufgrund-von-COVID-19-verschoben


Madita Hampe, Jahrgang 2002, lebt in Leipzig und sieht sich gezwungenermaßen als Autodidaktin. Sie verleiht ihrem politischen und philosophischen Interesse vorwiegend journalistisch Ausdruck, da dies der nahezu einzige gesellschaftspolitische Bereich ist, in dem Analyse und Aktivismus sich auf Augenhöhe begegnen und kooperieren können. Ihr Anliegen ist es, ihre Energie, Kraft und Kreativität in eine friedlichere, gerechtere und demokratischere Welt ohne Herrschaftsverhältnisse zu lenken. Sie ist Mitglied der Rubikon-Jugendredaktion und schreibt für die Kolumne „Junge Federn“.


Dieses Werk ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.